INTERVIEW MIT CARLOS FASSANELLI KREATIVER ITALO-ARGENTINIER, MUSIKER, SÄNGER UND SCHAUSPIELER.

Zum Gespräch traf ich mich mit Carlos Fassanelli in seinem Garten um über seine Musik zu sprechen. Nach Supertalent, Big Brother und weiteren Fernsehauftritten soll nun sein Sommeralbum „Verano“ fertig gestellt werden.

Ronny Wunderlich (Kulturarche): Na dann erzähl doch Mal!

Carlos Fassanelli: LACHT

Ronny: Hast Du gerade aktuelle Projekte an denen Du arbeitest?

Carlos: Ja, wir arbeiten gerade an einer CD, einem Album. Darauf wird ein Lied sein das „Verano“ heißt, das ist spanisch und bedeutet Sommer, das passt ganz gut. Freitag fahre ich nach Bremen um die restlichen Songs aufzunehmen. Ich bin zurzeit am Texte schreiben und bekomme viel Musik von meinem Produzenten. Ich versuche dazu Texte zu schreiben, die für den Sommer passend sind.

Schreibst Du Deine Texte alle selber?

Fast alle. Jetzt habe ich ein paar Texte auf Deutsch bekommen. Wir versuchen Spanisch mit Deutsch zu verbinden. Der Song Verano ist in beiden Sprachen. Ich glaube das kommt gut an wenn die Deutschsprachigen auch ihre Sprache hören und nicht nur Spanisch.

Auf Deiner Website ist ein Video mit den zwei Rappern Gecko und Ced. Ist der Song dann auch dabei?

Nein, das war nur ein Versuch mit Rappern etwas zusammen zu machen. Es war die Zeit, zu der viele Musiker gemeinsam mit Rappern was machten. Der Eine von Beiden ist erst 17, aber hochtalentiert. Sie schreiben die Texte selbst und machen auch die Musik selber. Über Facebook wurde ich von ihnen angeschrieben, ob ich Lust hätte so etwas Mal mit zu machen. Wir haben zwei Songs aufgenommen und es kam sehr gut an. Das Video dazu haben wir in Frankfurt gedreht. Es machte richtig viel Spaß mit den beiden Rappern.

Du meintest gerade, das die Anfrage der Rapper über Facebook kam. Läuft da viel drüber?

Ja, sehr viel. Facebook ist das A und O. Auch über MySpace, aber da bin ich gerade nicht sehr aktiv. Ich habe eine „Gefällt mir Seite“ auf Facebook. Viel läuft aber auch über Harald (meinem Mann), da er ständig online ist. Ich schaffe es nicht so oft, da ich mit Songs schreiben beschäftigt bin.

Wo schreibst Du denn Deine Songs?

Ich mache das zu Hause oder im Garten. Auch im Park oder wo es eben ruhig ist. Dann höre ich Musik und werde kreativ.

Ach Du bekommst schon die Musik?

Ich bekomme die Musik geliefert, per Post oder per Mail. Davon suche ich mir etwas raus. Ich muss die Musik hören und dann macht es Klick. Sofort! Und dann habe ich schon etwas Text dazu im Kopf. Es muss solch ein Klick, also ich meine eine Verbindung, da sein.

Also erst die Musik dann der Text?

Ich habe auch schon Texte geschrieben ohne Musik. Den wunderschönen Song „Ich will Leben“. Den habe ich auf Deutsch geschrieben. Das war mein erster Song auf Deutsch. Dabei ging es ein bisschen über mich, nachdem ich im Big Brother Haus war. Wie ich fühlte, wie die Menschen über mich denken und so weiter. Ein bisschen über die Enttäuschung über viele Leute. Ja, ich schreibe immer über das, was mir passiert ist oder vielleicht passieren könnte. Über Beziehungen oder Beziehungen von anderen Leuten. Ich schaue immer aufmerksam und komme dadurch auf die Ideen die Texte zu schreiben.

Wo kommt die Musik her? Gibt es da einen bestimmten Musiker?

Ich habe einen Musikproduzent in Bremen. Der schickt mir die Songs.

Ist das gleichzeitig dein Management oder wie läuft das?

Ich habe einen Manager, der Michael Eilers, der arbeitet zusammen mit dem Produzenten und dadurch kommt die Verbindung.

Ist es denn wichtig ein Management zu haben?

Man kann es auch alleine schaffen, aber es ist ruhiger, wenn man einen Manager hat. Er kann sich um alles kümmern und Aufträge besorgen. Ich kann mich dadurch besser auf die Musik konzentrieren. Das macht mir mehr Spaß. Ich könnte jeden Tag im Studio stehen und Songs aufnehmen. Das ist meine Welt! Ich habe auch schon oft ans Aufhören gedacht. Man kämpft so viel und manchmal läuft es einfach nicht so, wie man es sich wünscht. Ab und zu verliert man die Lust, aber ich bin ein Kämpfer. Wie in dem Song, der damals für mich bei Big Brother geschrieben wurde „Gib nicht auf“. Ich will nicht einfach aufgeben. Ich hänge zu sehr an dem Gesang und liebe es auf der Bühne zu stehen. Das ist wie ein Hauptberuf.


Hast du denn noch einen anderen Beruf?

Ich habe 2003 eine Weiterbildung gemacht. EDV Bürokommunikation. Ich habe ein halbes Jahr gearbeitet, aber dann habe ich mich total unwohl gefühlt. Sechs Uhr aufzustehen und bis 17 Uhr im Büro zu sein, das ist nichts für mich. Damit komme ich nicht klar. Als Künstler kann man entscheiden, ob und wann man arbeiten möchte. Ab und zu nicht, wenn Aufträge kommen, was auch gut ist. Silvester zum Beispiel. Da arbeite ich eigentlich immer, generell im Dezember bei Weihnachtsfeiern. Bei Hochzeiten singe ich auch oft. In Kirchen zum Beispiel Ave Maria oder Halleluja.

Wann bist Du das letzte Mal aufgetreten?

Im Juni, am Geburtstag von Harald. Das war im Wilde Oscar, das gehört zur Aidsberatung Charlottenburg. Das war ein Montag, aber trotzdem sehr schön. Antony Bauer Junior, der mit mir im Halbfinale vom Supertalent stand, war dabei und noch ein Berliner Künstler.

Wie machst du das mit der Musik? Spielst du selber oder hast du einen Musiker dabei?

Ich spiele auch selber Gitarre. Aber zurzeit mache ich das eher instrumental. Die Musik läuft im Hintergrund von CD und ich singe dazu Live.

Was für Musik machst du?

Ich habe in Deutschland mit Tango angefangen mit verschiedenen Musikern zusammen. Dieser Musikstil ist hier schon recht bekannt, aber man kann davon nicht leben. Man muss etwas machen, was die Leute verstehen. Jetzt versuche ich Songs zu schreiben mit einfachen spanischen Worten, die man sich auch leicht merken kann, wenn man die Sprache nicht spricht. Worte wie Amore oder Verano bleiben im Kopf.

Fühlst du die spanischen Texte beim Singen mehr als die deutschen Worte?

Es ist einfacher für mich auf Spanisch zu singen. Dabei kann ich mehr Emotionen vermitteln. Mittlerweile singe ich ja auch auf Deutsch, aber ich merke, dass es bei manchen Worten recht hart klingt. Ich versuche jedes Wort perfekt auszusprechen und dadurch klingen die Worte recht hart. Ich überlege dabei zu viel. Bei manchen Songs wiederum ist das kein Problem. Zum Beispiel bei „Ich will Leben“. Da geht es um mein Leben und da fühle ich mich wohl. Den Song habe ich selber geschrieben und der Inhalt ist für mich so wichtig, dass ich die Gefühle gut transportieren kann.

Was verbindest du für Gefühle mit dem Song?

Das war nach Big Brother. Damals haben mich viele negative Gefühle getroffen. Viele Leute haben nicht verstanden, dass es nur eine Show war. Ich bin ein lieber Mensch und war verletzt, das es viele nicht so verstanden. Das kannte ich nicht und musste es aufarbeiten, was ich mit dem Song machte. Der Song fängt so an: „Ich wollte Liebe geben ohne Rücksicht auf Verlust. Ich hab alles gegeben, ich hab alles versucht. Der Glaube an die Menschen hat mich verletzt, aber ich gebe nicht auf!“. Das war eine harte Zeit. Ich habe damals einen Fehler gemacht. Dieser wurde nicht verziehen, bis heute nicht. Das tut weh. Jeder macht Fehler, aber meiner war in der Öffentlichkeit. Ich bereue was ich damals gesagt habe, aber es war eine Ausnahmesituation. Mein Mann musste das Haus damals verlassen und das tat mir sehr weh.

Big Brother, Supertalent, Hund Katze Maus – ist das eine Option auch für angehende Künstler bekannter zu werden?

Ja natürlich, viele nutzen das aus. Egal in welcher Sendung du bist, du bist im Fernsehen. Dein Gesicht wird gezeigt und du kannst zeigen was du kannst. Bei Big Brother hatte ich die Möglichkeit zu singen. „Gib nicht auf“ sollte damals als CD rauskommen, aber nach dem Stress im Haus wurde das wieder flachgelegt. Danach war es schwer wieder neu zu starten. Da musste ich von 0 anfangen, das fällt sehr schwer. Auch heute noch. Die Leute vergessen nicht. Auch wie sie nicht vergessen, dass ich 2008 beim Supertalent mitgemacht habe. Darauf werde ich auch noch oft angesprochen. Das ist sehr positiv. Es gab auch danach negative Kommentare, da ich offen angesprochen habe, dass ich HIV positiv bin und Harald mein Freund ist. Ich fand es schade, dass vielen diese Kommentare abgegeben haben, ohne Gesicht zu zeigen, dadurch fällt es schwer sich zu verteidigen. Das ist feige. Ich hatte beim Supertalent niemandem was getan. Es war für mich damals wichtig zu zeigen, dass das Leben weitergeht und man nicht, weil man so eine Krankheit hat aufhören muss zu träumen und das zu machen worauf man Lust hat. Ich glaube das kam trotz allem sehr gut an.

Engagiert ihr euch für Aidsstiftungen? Ich hatte so was auf deiner Website gelesen.

Er: Ich mache viele Benefiz Galas und Charity Veranstaltungen mit. Ich bin Botschafter von der Aidshilfe und unterstütze Candlelight Memorial. Auch für Kinder in Not oder für Kinder mit Krebs und so weiter. Ich mache viel. Es ist schön, wenn man was zurückgeben kann. Und man bekommt auch sehr viel. Emotionen, Gefühle und Zuneigung. Das ist sehr schön!

Hast du den noch nen Tipp für angehende Musiker wie man am besten startet?

Ich habe als Kind schon gern gesungen und Gitarre gelernt. Von Familie und Freunden hatte ich immer ein positives Feedback. Das nahm ich selber nicht so wahr. Eigentlich wollte ich Schauspieler werden. Ich habe 2 Jahre in Argentinien eine Schauspielschule besucht. Mein Vater sagte immer: „Carlos du musst singen! Deine Stimme ist schön!“. Dann habe ich angefangen zu singen. Als ich nach Deutschland kam, machte ich weiter das was mein Vater mir riet. Und das war gut, denn ich merke immer wieder, dass Singen mir mehr Spaß macht als Schauspiel.

Hast du denn als Schauspieler gearbeitet?

In Argentinien ja. Recht viel, aber hier noch nicht so. Nur kleine Sachen wie bei Familienfälle zum Beispiel als Tanzlehrer. Es macht schon auch Spaß. In Argentinien habe ich auch in einem Musical gearbeitet. Da musst du alles können. Tanzen, Singen und Schauspielern. Wenn man an etwas glaubt, muss man einfach diesem Ziel folgen und nicht aufgeben. Man sollte sich als angehender Musiker einen Gesangslehrer nehmen. Der ist ehrlich und sagt Du kannst singen oder auch nicht. Eine professionelle Meinung ist wichtig. Die Familie sagt immer, dass man schön singen kann und dann blamiert man sich leider. Das sieht man ja bei einigen Sendungen heutzutage.

Welchem Ziel folgst du gerade?

Meine CD fertig zu stellen und das Video zu „Verano“ zu drehen. Es muss jetzt schnell gehen, da der Sommer schon da ist.

Viel Erfolg damit und vielen Dank für das Interview!

INTERVIEW MIT CARLOS FASSANELLI – Danke

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