INTERVIEW MIT TAPE OVER – TAPE ART KUNST AUS BERLIN

TAPE OVER ist eine Berliner Tape Art Crew, die von den Tape Art LaMia und <<just rob>> gegründet wurde. Seit 2011 sind sie gemeinsam in den Berliner Clubs unterwegs. Was sich aus Spaß entwickelte ist mittlerweile echter Lebensinhalt.

KULTURARCHE: Das erste Mal sah ich euch und eure Kunst beim Bordel des Arts im Chalet, wie kam es dazu?

<<just rob>>: Die Veranstalter Marcus und Liane hatten uns angefragt und wir haben eine Vernissage daraus gemacht. Das war im Dezember letztes Jahr – es war für uns wie eine ArtJahresabschluss.

LaMia: Liane und Marcus (die Veranstalter von Bordel des Arts) hatten unsere Tape Art bereits in den Clubs und im Internet gesehen und uns deshalb eingeladen – das war natürlich ein richtig schönes Feedback.

<<just rob>>: Mittlerweile ist recht viel von uns im Chalet zu sehen – der erste Stock (die Suite) ist quasi wie unser kleiner Tape Art Ausstellungsraum. Leider wird in diesem Monat der erste Stock komplett renoviert und daher kommt das alles runter.

LaMia: Das hat sich das ganze Jahr über aufgebaut. Wie gesagt, im ganzen ersten Stock sind einige Artworks von uns. Diese entstanden bei verschiedenen Partys. Vier sind es jetzt. Der Pfau entstand bei unserer Vernissage. Dann haben wir bei der Kubla Khan Veranstaltung noch den Bambus geklebt und bei Cabinet of Wonders haben wir noch den Sonnengott Ra und ein abstraktes Tape Artwork mit Aluminiumtape kreiert.

<<just rob>>: Ich möchte gern nochmal hin, bevor das alles abgemacht wird und davon analoge Fotos machen. Am liebsten möchte ich es auch selber runtermachen. Das ist jetzt ungefähr ein Jahr dran. In so einem Club werden die Wände durch den ganzen Schweiß und Rauch immer dreckiger. Ich möchte sehen, ob ein Negativ beim Abziehen übrigbleibt, weil die Wand unter dem Tape ja heller bleibt.

LaMia: Und dann würden wir da auch gern was Neues machen – mal schauen, was die jetzt konzeptionell vorhaben.

<<just rob>>: In Clubs haben wir auch angefangen zu Tapen. Die Clubs sind für uns so was wie die Straße – was andere auf der Straße machen, machen wir in den Clubs. Und zwar, weil uns die Clubszene sehr inspiriert und weil wir denken, dass wir dort unsere Fans/Zielgruppe besser erreichen, da die Berliner Elektro Clubs hochfrequentiert sind.

LaMia: Es ist ein öffentlicher Raum, wo die Leute es wahrnehmen können, aber auf eine ganz andere Art und Weise.

Ist es besser im Club zu arbeiten als auf der Straße, auch rechtlich?

R: Die Straße ist immer eine graue Zone.

L: Je nachdem wem die Wand gehört. Ich hab es auch schon erlebt, dass es auf der Straße dann nach 3 Tagen schon wieder alles ab war.

Das ist aber auch das Gute daran – das man es einfach wieder abziehen kann!

R: Ja, deshalb gibt es da auch kaum Probleme. Wir haben es immer bei Tageslicht gemacht. Je weniger du dich versteckst, je selbstverständlicher du etwas tust, umso weniger wird dich auch jemand fragen, ob es erlaubt ist oder nicht. Aber wenn sich wirklich jemand beschweren sollte, ziehst du das Tape einfach ab, sagst tut mir leid und bist weg.

Habt ihr direkt mit Tape Art angefangen oder habt ihr vorher auch andere Streetart gemacht?

L: Nein, ich habe Kommunikationsdesign studiert und Tape Art beim Recherchieren für mich entdeckt, mir ne Kiste Tape gekauft und einfach damit angefangen und immer weitergemacht. So hat sich das entwickelt. Ich male und fotografiere auch gerne. Schmuck mache ich auch. Wenn man nur die Zeit hätte für alles.

R: Ich fand es lustig damals, als Lamia sich die Kiste Tape gekauft hat. Sie klebte gleich auf der Straße, wahrscheinlich hat sie sich gar nichts weiter dabei gedacht.

L: Das war echt eine schöne Erfahrung. Direkt das Feedback von den Leuten zu bekommen, das ist echt toll.

Du hast also alleine angefangen, und du Rob bist dann dazu gestoßen?

R: Ja, ich glaube Lamia hat 2010 damit angefangen. Ich bin dann relativ früh eingestiegen und im Frühjahr 2011 haben wir schon TAPE OVER gegründet.

Was ist mit gegründet gemeint?

R: Wir haben uns den Namen gegeben, weil hinter TAPE OVER ein Crewgedanke steckt. Wir wollten zudem schauen was man daraus entwickeln kann, um damit auch Geld zu verdienen. Sprich wie man sich selbst verwirklichen und dabei auch Geld verdienen kann. Wir überlegten, wie man das etwas ernster und zielgerichteter angeht.

Zielrichtung ist also Geld zu verdienen?

L: Wir haben an dem Punkt gemerkt, dass es sich lohnt da mehr Energie reinzustecken und es macht uns wahnsinnig viel Spaß. Wir wollen damit noch mehr Zeit verbringen. So kam das dann alles…und natürlich auch der Name. Übrigens sind wir mittlerweile zu Dritt – unser Freund hi#claas ist nämlich seit dem Sommer letzten Jahres Mitgliede unserer Tape Art Crew.

R: Wir bekamen vor allem eine gute Resonanz von den Leuten. Dadurch merkten wir auch, dass unsere Tape Art gefiel und nachgefragt wurde. Es bringt ja nichts, wenn es nur dir gefällt, aber es sonst keiner haben möchte.

 

Wie kam es zu dem Auftrag bei Shan Rahimkhan? Ein Club ist ja doch etwas anderes als ein Nobelfriseur.

R: Ja, es hat in den Clubs angefangen. Die Berliner Clubscene ist unser „Pool of Inspiration“. Da gibt es eine gute Schnittmenge, denn dort verkehren kreative Leute aus allen möglichen Firmen. Das Netzwerk was dadurch entsteht, kann einem so Einiges ermöglichen. Dadurch hat sich unsere Kunst mit dem Klebeband aus der Clubscene nach außen getragen.

L: Durch eine Empfehlung durch Jemanden, der uns kannte, an eine Agentur, die Jemanden gesucht hatten, hatten wir unseren ersten großen Job. Damals für Mercedes auf der DMY – eine internationale Designmesse.

R: Bei Shan lief es so, dass wir dieses Jahr fürs Melt! Festival getapet hatten und Shans Agentur bekam dann den Tipp von der Melt! Agentur. Die Agenturen sind gut vernetzt. Vor zwei Wochen sind wir bei Shan vorbei gefahren und die zwei getapten Pfauen – also sein Logo – sind immer noch an der riesigen Frontscheibe zu sehen. Wenn das Tape einmal drauf ist, hält das super.

Die Verbindung zwischen der Street Art und solchen Locations ist schon toll!

R: Ja, man kann das überall adaptieren. Man muss eben „nur“ hinbekommen, dass es zum jeweiligen Konzept/Stil bzw. der Atmosphäre passt.

Für was für Firmen habt ihr sonst schon gearbeitet?

R: Zum Beispiel für die Telekom, für O2, für Samsung, für Bertelsmann oder aber auch für Hermès und für Zeha. Wir machen aber auch nicht alles. Wenn uns die Branche nicht zusagt oder die Marke und wofür sie steht, oder der Kontext nichts hergibt, dann machen wir das auch nicht. Meist bekommen wir aber schon Anfragen, die uns reizen.

L: Für Verdi hab ich mal was in Leipzig auf dem Bundeskongress gemacht. Das ist schon lange her. Das war eine offene Hand, damit wollte ich symbolisch diese Gewerkschaft darstellen.

Könnt ihr euch dabei eigentlich trotzdem künstlerisch ausleben?

L: Es macht auf jeden Fall Spaß sich in den unterschiedlichsten Locations so auszuleben.

R: Wir machen ein Konzept für die Firmen, nachdem wir Vorgaben von ihnen bekommen haben. Das stellt für unsere künstlerische Freiheit natürlich immer eine Art Einschränkung dar. Ist aber gleichzeitig auch immer eine Herausforderung.

L: Ich finde, dass wir trotzdem eine wahnsinnig große Freiheit dabei haben.

R: Die die clever sind, geben uns diese Freiheit auch, denn dann kommt das Beste dabei raus.

Wie läuft das mit dem Konzept genau?

R: Wir bekommen ein Briefing und daraufhin erstellen wir ein Konzept. Lamia macht handgemalte Vorlagen und wir entwickeln ein richtiges Marketingkonzept mit deren Vorgaben und eine richtige Präsentation.

Das ist ja richtig Arbeit!

R: Ja klar.

L: Ich habe das ja auch studiert.

R: Lamia hat Kommunikationsdesign studiert und ich Marketing und International Management. Das kommt uns zugute, weil wir dadurch ein professionelles Konzept vorlegen können (und nicht nur irgendwie dahin kommen). Das macht es der Agentur dann auch relativ einfach gegenüber dem Kunden. Wenn wir quasi die Gedanken und das Image in unseren Entwurf bzw. das Gesamtkonzept mit einfließen lassen und außerdem die Schlagwörter aus dem Briefing wieder auftauchen lassen.

Rob, wie kam es, dass du Feuer für Tape Art gefangen hast.

R: Lamia hat mich mit Ihren Tape Artworks und Ihrer künstlerischen Sicht der Dinge angesteckt. Ich hatte zwar schon immer einen Faible für Streetart und fand es auch schon immer inspirierend – aber so richtig getraut etwas eigenes zu machen, habe ich mich erst mit dem Klebeband.

L: Ganz am Anfang hat er mir geschäftlich unter die Arme gegriffen, verhandeln und so was. Das war anfangs nicht so meine Stärke. Und dann wollte ich auch seine Kreativität fördern. Wir haben uns da einfach sehr gut ergänzt.

R: Vorher hab ich viel am Computer gearbeitet. Es ist schon was anderes wenn du etwas mit Deinen Händen erschaffst. Wir ergänzen uns wirklich gut – auch auf künstlerischer Ebene, weil Lamia eher frei und künstlerisch denkt, und ich eher geometrisch.

Wie habt ihr zusammengefunden, kanntet ihr euch von früher schon?

R: Wir sind Partner in allen Lebenslagen.

 

Was hat Euch das letzte Jahr gebracht?

L: Es ist wahnsinnig viel passiert und jetzt ist gerade die Zeit, dass man das alles sacken lässt. Wir sind jetzt auch an einem Punkt an dem wir einen Gang runterschalten, um den Kopf freizubekommen.

R: Wir haben jetzt seit 2011 so ziemlich durchgearbeitet und recht viel gemacht. Wir haben TAPE OVER auch bewusst so vorangetrieben. Die Nachfrage war da und wir konnten uns weiterentwickeln. Jetzt ist ein Punkt, wo wir Zeit für uns brauchen um zu schauen, in welche Richtung wir uns weiterentwickeln wollen. Was wir es als nächstes angehen, was uns gefällt, was man noch weiterentwickeln kann und worauf man sich spezialisieren kann. Deshalb werden wir auch Anfang nächsten Jahres für 2 oder 3 Monate einen Break machen und mal ins Ausland gehen.

L: Ich habe vor kurzem meinen Abschluss gemacht, mein Diplom und jetzt ist einfach die Zeit um Urlaub zu machen.

R: Wir hatten viele Projekte in diesem Jahr, Lamia hat studiert und noch die Diplomarbeit geschrieben. Ich komme eigentlich aus der Startup Szene, und hatte da auch noch kleine Projekte bevor ich mich nur für Tape Art entschieden habe – da ist man dann eben schon ziemlich eingespannt. Wenn du weit weg bist von deinem Alltag und dich so etwas entrückst von der ganzen Sache, bekommst du auch wieder einen klareren Blick darauf und kannst besser entscheiden wie und wohin es gehen soll. Das wird eine richtig schöne Kreativpause die wir machen. Berlin ist nämlich super schnelllebig und daher es fehlt dir manchmal die Luft um durchzuatmen.

Rob, du sagtest, du hast dich nun nur noch auf Tape Art konzentriert, kann man denn davon leben?

R: Das ist auf jeden Fall unser Ziel. Man kann davon leben. Derzeit kann man nicht gut leben, aber es reicht zum Überleben. Ich habe mir noch nie so wenig Gedanken um Geld gemacht wie jetzt. Aber es ist schon so, dass man sich als Künstler heutzutage auch gut vermarkten können muss – wobei uns unsere Ausbildung zugutekommt. Und es geht ja auch weiter bei uns. Wir werden jetzt auch noch andere Sachen parallel machen. Dadurch haben wir die Möglichkeit zu sagen, wenn wir recht lang getapet haben, wir machen da jetzt ein wenig langsamer und konzentrieren uns auf etwas anderes, weil wir dafür gerade mehr Lust und Energie haben.

L: Wir haben auch noch andere Ideen und Interessen, die wir verwirklichen wollen und sind gespannt was noch passiert.

Wollt ihr die Ideen jetzt schon rauslassen?

R: Wir haben vor kurzem beschlossen das Schmucklabel PERPLEX zu gründen, da geht es um Plexi- und Acrylglas. Wir wollen daraus besonderen Schmuck machen. Das ist eine Sache, die wir als nächstes angehen. Und dann haben wir noch verschiedene weitere Projekte in Planung.

L: Wir planen auch wieder auf eine Ausstellung hin. Wollen das aber eher am Anfang nächsten Jahres machen und nicht wieder zum Jahresende hin. Wir haben da noch einige Sachen und Kooperationen, die wir machen wollen. Das ist gerade so am Entwickeln und braucht seine Zeit. Aber da kommt noch einiges! Wir wollen auch die Kombination mit dem Tape Art und den Visuals vertiefen. Da haben wir wahnsinnig gutes Feedback bekommen. Die Leute mögen das wirklich sehr. Und ich liebe es eben Sachen zu mixen.

R: Tape Art und Videomapping, da haben wir mittlerweile bereits 5 Projekte gemacht. Beim sogenannten TAPE MAPPING ergänzen sich Tape Art als analoge und Videomapping als digitale Kunstform.

Gibt es da von euch auch schon was im Internet zu sehen?

R: Ja, ein Quallenvideo.

L: Das war ein Projekt, was wir mit unseren französischen Visualpartnern ONDÉ in der Schweiz gemacht haben.

R: In die Richtung wollen wir noch vieles machen, da sich beide Kunstformen gegenseitig aufwerten.

L: Die Quallen haben wir auch mitgebracht nach Berlin und wollen sie auch hier nochmal präsentieren. Das wird dann wahrscheinlich bei der Ausstellung passieren.

Ihr seid also nicht nur in Berlin unterwegs?

R: Nein, Deutschlandweit ohnehin und jetzt wollen wir nächstes Jahr auch international mehr vorankommen. Man merkt schon, dass man sich als Berliner außerhalb von Berlin besser verkaufen kann. Sowohl als Typ als auch preislich. Und deswegen wollen wir uns noch mehr darauf fokussieren.

L: Wir wollen austesten, was noch geht. Auch wenn wir verreisen, wollen wir erst mal entspannen und dann schauen was dort so möglich ist.

Was ist noch in Planung?

L: Ich bin jetzt mit meiner Diplomarbeit fertiggeworden. Als Diplomarbeit habe ich ein Tape Art Fashion Label gegründet. Das war ein ganz spannendes Projekt.

War das nur für die Diplomarbeit?

R: Wir wollten das Projekt bereits seit Längerem machen. Daher haben wir die Diplomarbeit genutzt, um daran mal konzentriert ein halbes Jahr arbeiten zu können. Lamia hatte somit ein Diplomthema und konnte gleichzeitig ihr eigenes Projekt voranbringen. Das ist das Beste was einem passieren kann. Gut ist auch, dass man gleichzeitig noch externes Feedback bekommt. Unser Tape Art Fashion Label heißt RIP OFF. Wir schauen nun was wir daraus machen. Mehr verraten wir darüber erst mal nicht.

Was hat es eigentlich mit TAPE ON YOU auf sich? Das hatte ich auf eurer Website entdeckt.

R: TAPE ON YOU haben wir uns einfallen lassen – man könnte es auch als Tape Art Styling bezeichnen. Das ist Lamia ihr Lieblingsprojekt. Es kam so, dass wir immer die Restschnipsel vom Tapen auf die Hose klebten, da das praktisch war. Dadurch hat sich immer irgendein Muster ergeben und wir dachten das sieht ganz schön aus. Dann haben wir es uns einfach auch mal ins Gesicht geklebt und festgestellt – das Tape hält auf der Haut super. Man kann sogar damit duschen gehen und es hält. Die längste Zeit, die es Jemand getragen hat war auf der Fusion, eine Woche. Als er es dann abmachte hatte er so etwas wie ein Sonnentattoo. Da waren wir selber überrascht, dass es so lange hält. Bisher hatten wir auch noch keinen, der irgendwelche Hautprobleme dadurch bekam.

L: Ich habe mit einem befreundeten DJ ein Fotoshooting gemacht und ihn dabei beklebt. Das sah recht cool aus. Und da hab ich einfach immer weiter gemacht und dann hat sich das so weiterentwickelt, bis wir auch bei ner Party dafür engagiert wurden, um Leute zu bekleben. TAPE ON YOU ist eine persönliche Leidenschaft von mir. Es ist nochmal was ganz anderes, wenn du mit Menschen arbeitest.

R: Ich habe auch noch keinen anderen gesehen, der das so macht. Ich will nicht behaupten, dass wir das erfunden haben, aber wir kennen keinen anderen, der Tape in dieser Art und Weise nutzt. Das ist auf jeden Fall eine Sache die wir noch mehr verfolgen werden. Gerade für Künstler und für die Modebranche ist das was, wo man sich herausstellen kann. Wir machen die Tape Art in das Gesicht oder auch mal auf den Körper. Wir wollen auch in die Richtung gehen, dass es ein Kunstwerk wird und etwas großflächiger denken. Oder auch übergehend vom Menschen auf die Umgebung. Das ist etwas mit dem man sehr schöne Bilder kreieren kann.

L: In die Richtung möchte ich auf jeden Fall noch einige Shootings machen. Da reizt mich auch wieder der Mix. Auf dem Medium, Mensch, wirkt das Tape Styling besonders.

R: Ich finde es auch witzig, erst haben wir das nur für uns gemacht, weil wir das schön fanden und dann kamen immer wieder Leute und wollten das auch haben.

L: Anfangs dachten die Leute, dass wäre ein Tattoo. Es fällt auf jeden Fall auf.

R: Gerade in der Elektroszene funktioniert das gut, weil die Leute sich gern etwas abheben wollen und sich ausleben, gerade in Berlin ist es sehr stark ausgeprägt, dass man sich in Sachen Styling immer wieder etwas Besonderes einfallen lässt. Daher passt das sehr gut.

Seid ihr beide aus Berlin?

L: Ich bin Berlinerin.

R: Ich bin vor 6 Jahren hierher gezogen.

Was inspiriert euch?

R: Es sind vor allem organische Formen. Es ist ein schöner Kontrast zwischen diesem geradlinigen Nutzgegenstand Tape und schönen organischen Formen. Daher sind Tiere und die Natur allgemein unser Ding. Diese empfinden wir als schön und wollen sie auf unsere Art nachempfinden.

Und außerdem mag ich Sachen mit Aussage – einfach mal nen Spruch tapen, wodurch man sich noch ein wenig mehr mitteilt und die Leute darüber nachdenken können.

L: Die Natur allgemein inspiriert mich. Wir überlegen uns das meist nicht vorher. Mit der Zeit merkten wir aber, dass wir wahnsinnig viele Tiere erschufen.

Wie funktioniert das mit dem Tapen?

R: Wenn man tapet, ist das wie haptisches zeichnen. Das Tape hat eine Haptik – das hat auf jeden Fall einen besonderen Reiz. Das Tapen ermutigt dich zu probieren, da du jede Linie die du ziehst gleich wieder abmachen kannst. Du traust dich dadurch automatisch mehr.

Ist das ein spezielles Tape?

L: Das ist eigentlich ein industrielles Tape. Mittlerweile gibt es zig verschiedene Arten. Papier-, Metall-, Stoff- und Plastiktape und Gewebeband. Es ist wie Gaffa, nur andere Marken. Mit dem Gewebe kann man auch Rundungen tapen, da dieses eine gewisse Elastizität besitzt. D.h. man kann damit auch Kurven kleben. Je schmaler das Band ist, desto besser kannst du es formen.

In was für Läden kauft ihr eure Materialien?

R: Das ist ein spezieller Laden in Berlin der sich auf Tape Art Künstler spezialisiert hat – das Klebeland. Das gute dort ist, dass die uns das Tape (auch) auf alle möglichen Breiten zuschneiden. Das sind so 1,40 m Rollen und da wird das dann runtergeschnitten wie man es haben möchte – das ist ein angenehmer Luxus. Dadurch hat man nämlich viel mehr gestalterische Möglichkeiten und kann den Bildern mehr Tiefe geben.

L: Letztens waren wir in Frankfurt für einen Job für die Modefirma Hermès. Da brauchten wir noch zusätzliches Klebeband weil noch ein weiterer konzeptioneller Wunsch dazukam. Wir sind dann los und haben versucht Tape zu bekommen und es war fast unmöglich. Wir haben dann improvisiert. Da weiß man dann so einen Laden zu schätzen, den man auch noch um die Ecke hat.

Was würdet ihr Leuten, die Lust haben Tapen auszuprobieren raten?

L: Ich würde Ihnen einfach nur raten sich selbst auszuprobieren. Tape ist wirklich ein interessantes Material und es macht Spaß damit zu experimentieren.

R: Dem kann ich nur beipflichten – Tape ist ein klasse Medium, um sich Mal etwas zu trauen und etwas Neues zu kreieren.

 

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TAPE ART FOR YOU

We are TAPE OVER…a Berlin-based tape art crew. Our roots are in Berlin’s sub-cultural electro scene. In fact, we originally started doing our tape art in th

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