NACHTDIGITAL DU PERLE DES OSTENS!

ALLE JAHRE WIEDER WIRD AUS EINEM KLEINEM DORF EINS DER BERÜHMTESTEN DEUTSCHEN FESTIVALS! AUFGRUND DER NUR 3000 TICKETS UND DER MISCHUNG AUS KUNST, SPASS UND MUSIK

Wie fängt es eigentlich jedes Jahr an? Alle sitzen vor dem Pc, Laptop, Tablet, Smartphone oder vor allen zugleich und warten auf den Link der zum extra ND-TixforGigs-Server führt. Wer es in den Ticker geschafft hat, bezahlt und ist froh 1 oder 2 Tickets von 3000 zur Nachtdigital sein eigen nennen zu dürfen. Jetzt herrscht stille Vorfreude, bis es ein, bis zwei Wochen vor dem 01.08.2014 rund geht und zwar auf Facebook und allen anderen sozialen Netzwerken. Jeder hat irgendwie noch Tickets – Viele brauchen irgendwie auch noch Tickets. Neben den zwei drei unseriösen Anbietern waren doch viele Leute freundlich und nett, egal ob bei den Ticketpreisen oder anderen Konditionen.

HinkommenVon Leipzig aus ist es nach Olganitz fast ein Katzensprung. Nach etwas mehr als einer Stunde durch die ruhige und idyllische Landschaft der kleinen Dörfer geht es an der Mühle vorbei, durch das kleine Waldstück und schon steht da der Acker, der für dieses Wochenende die Welt bedeutet. Die ganzen Leute aus Holland, Belgien, Schweden, Frankreich usw. hab da schon eine längere Anreise hinter sich. Aber auch Fahrrad, Bus- und Bahnreisende haben die Mühe auf sich genommen.

Die ersten Wohnwagen sind schon seit Donnerstag da. Sie lauern auf den ersehnten Einlass. Die Schlange wird ab 12 Uhr immer länger, da die Busse aus Berlin und Amsterdam eintrudeln. Die Dj’s machen sich bereit um die Wartenden zu unterhalten. Neben Musik al à Querbeet (Billy Joel „Pianoman“ über The Offspring hinzu 80er & 90er) wird auch noch Kostenlos selbst gemachte Limonade und kleine Jägermeister gereicht. Wem das noch nicht reichte, der konnte sich noch viel kreativer austoben!

VorspielEine Klasse Idee war das Namenangeln, hierbei geht es darum mit einem Tennisball am Ende einer Angel, in einem Topf voller Klettverschlussbuchstaben so viele Silben, Wörter und Buchstaben zu ergattern, wie nur irgend möglich. Im Anschluss wurde daraus dann ein Namen gebildet. Egal ob es ein Abstrakter oder Obskurer, ein ND Logo dazu und weiter zu Moca ink. An den Seitenständen konnte man sich Schminken lassen, ausruhen oder Basteln. Für alles war also gesorgt, wenn trotzdem noch Langeweile in der Schlange aufkam konnte man ja noch Namensschilder tauschen oder Heiraten Elvis war ja noch da.

Los jetzt!13:35 war es endlich soweit – jeder bekam ein blaues Festivalbändchen (rot war Crew und Artists), eine Müllpfandmarke mit 2 Müllbeuteln. Schnell die Sachen holen, ab auf den Zeltplatz uuund Aufbauen! Mit einer Sackkarre oder dem kultigen Bollerwagen macht es nichts das man vielleicht mehrmals zum Auto gehen muss, um alles ins Gelände zu bekommen. Schön ist es das keine Autos neben den Zelten stehen wie es auf allen anderen Festivals ist. Hier wird sich auf Kommunikation, Beisammensein und Erfahrungsaustausch beschränkt, keine laute Musik alle 2 Meter aus dem Kofferraum oder Heimkino in der Mittelkonsole. Der nächste Plan war schnell gefasst: es wird gebadet, das Line up studiert, gegrillt und der Nachti 2-Raum erkundet.

Im Nachti 2 konnte man sich die DvD „Escape to Olganitz“ schon kaufen auch wenn die Premiere des Kinofilms im großen Zelt erst am Samstagabend lief. Neben Bunga Bunga Shirt konnte man auch wie in den letzten Jahren sich die exklusive LP selbst gestalten. 2013 gab es von den Doktoren die Aurafotografie welche mit Witz und Charme Gestaltet wurde. Diese Jahr war ein Zufallsgenerator an der Reihe welcher Entscheid was auf das Foto kommt. Vier verschiedene Hintergründe, 4 Accessoires und 4 Nebendran. Also zum Beispiel: Hintergrund ein Riesen Kassenbon mit einem Keramikhund im Schoß, wobei die Assistentin einen Stuhl ins Bild hält. Das alles mit einer schönen alten Mittelformatkamera geknipst.

Ab gehts!

21 Uhr! Es öffnen sich die Pforten auf das Gelände und alle wollen die zwei Deejanes sehen die den Reigen eröffnen: Elisabeth und Olivia. Beide legen gleich gut los, so dass die Stimmung riesig war – egal ob am Strand oder im Zelt. Die Mainstage ist wie ein Dj meinte in einem „Gebrauchtwagenhändler Flair“ dekoriert. Das Zelt wurde in einem Industrieflair hergerichtet mit farbwechselnden Röhren die wie ein Knäuel von der Decke hängen. Für viele war es schön, dass es eine Bühne über dem Dj Pult war und man die Menge beim feiern beobachten konnte. Anderen fehlte die intime Stimmung nah um den Act. Ich persönlich fand es letztes Jahr besser mit all den Lampenschirmen und der warmen schönen Stimmung. 2015 wird es wieder spannend, um die Dekofrage. Ich habe erfahren es gibt jetzt schon eine Handvoll Konzepte. Und Technik aus Leipzig wurde auch schon zugesagt! Auf der Mainstage folgte dann Siriusmo der die Menge noch anstachelte die Hüfte zu schwingen. Samuel kerridgeder hat viele verwirrte oder einwenig enttäuscht hat.Dieser sehr Experimenteller Act hätte ruhig Vormittags auflegen können. Für viele hätten Manamana und Bennemann den Abend gerockt, wenn sie vorgezogen wurden wären. Aber egal ob früher oder am morgen – diese Künstler waren unbeschreiblich!

Die Nachtdigital ist nicht nur für kleine unbekannte Acts oder gar Weltacts bekannt, sondern auch für das Kulturelle. Das heißt Ideen, Kunst, Spaß und Spiel. Bingo mit Ringo im letzten Jahr wird wohl für immer in mein Hirn gebrannt sein. Daher lag die Latte der Freizeitbeschäftigungen sehr hoch. Die Idee des X-Raver-Quiz mit „Dré Imbicz“ war sehr witzig. Leider konnten nur wenige mit machen bei drei Pulten. Die Musikpausen waren der Knaller, egal ob Beinhard wie ein Rocker auf Belgisch oder ein Michael Jackson Song – Diese Jungs aus Dresden rocken! MC Attila hatte auch ein paar harte Nüsse zum lösen. Das Aerobic von M4000 im Anschluss hat auch viele Leute motiviert sich sportlich zu verrenken. Da hat sich der Schamane „The Real Aerobican Ass“ durch seine Jünger in Trance getanzt und wurde mit dem Adler der Wiederauferstehung zurück nach Olganitz geholt. Es wurde am Strand getanzt, im Wasser geplanscht oder auf dem Floss entspannt. Jeder Zeit war eine schöne angenehme Atmosphäre.

Das Popcorn wurde bereit gestellt, die RedBulldose gekühlt und so gerüstet konnte man 18 Uhr im Zelt Platz nehmen und den Film „Escape to Olganitz“ genießen. Jeder Platz wurde dabei genutzt. Egal ob auf dem Boden oder die Bar – alles war bis aufs letzte gefüllt. Der Film war ruhig und strukturiert. Er zeigt die Anfänge und ein Blick hinter die Kulissen. Gabor, Daniel und Manamana geben schöne Interviews wo die Englischen Untertitel manchmal etwas hinken. Die Phrasen lassen sich immer etwas schwer Übersetzen. Mir hat bei der Doku irgendwie etwas gefehlt sei es mehr Material aus den letzten Jahren der Nachtdigital (großteils nur aus Anfangszeiten und 2011 verwendet) oder Gespräche mit beteiligten die Jahr für Jahr dabei sind aber im Hintergrund agieren. Wer „Speaking in Code“, „Watergate X“, „Bar 25 – Tage Ausserhalb der Zeit“ oder „Willkommen zu Hause – 20 Jahre Distillery“gesehen hat weiss bei Escape ist noch Luft nach oben. Da ist man auf die 3000 Grad Doku gespannt die gerade im Crowdfounding ist.

Musike

Wenn auch mit Verspätung dafür ordentlich heizt Dixon auf der Mainstage ein. Nach seinem letzten Lied „Falco – Wir in Wien“ und dem drohenden Gewitter (was eine Kulisse für Dj und Gäste) kam der Suprise Guest. Es ging schon am Freitag das Raunen rum :“James Holden ist der Überraschungs Act! Aber pssttt.“

Alle hab sich gefreut und die meisten wurde leider enttäuscht das er kein Dj Set gespielt hat sonder Live mit seiner Music Maschine & live Drummer. Es wurde eh viel kritisiert „immer nur dieser Innervision Sound mal was neues Bitte!“, „Dixon, Amé & Holden will doch keiner mehr sehen“ oder „mit dieser Experimentellen Musik können sie zuhause bleiben…“. Meiner Meinung nach regen sich nur die Leute auf die eh allen Veranstaltungen mit nehmen. Dort sind meist die selben Dj’s die den Veranstaltern Besucherzahlen sichern und Umsatz generieren. Ich habe Dixon dieses Jahr zum ersten mal gesehen und war begeistert! Bei James Holden muss ich sagen es ist eine Ehre ihn Live zusehen und seine Kraftwerk ähnlichen Anfänge aber ich hätte mir das lieber auch am späten Nachmittag angehört.

Alle Wetter

Circa um 1 Uhr hat der Veranstalter das einzig Richtige getan und die Nachtdigital für ca. 90 min. ausgesetzt zur Sicherheit aller. Auch bei der Unwetterwarnung am Sonntag wo frühzeitig das Festival beendet wurde. Job Jobse hat gerade die Nadel auf Totos Africa gelegt da war auch schon Schluss.

Meckerecke

Alles in allem mal wieder eine Klasse Nachtdigital. Vielleicht sollten nächstes Jahr Kunststudenten aus Leipzig oder Dresden für neue Designs oder Konzepte mit kreativen Impulsen gefragt und integriert werden. Beim Douze sind viele Junge kreative Köpfe und in Leipzig gibt es neben den Lonesome Riders, der iBug Crew auch andere Gruppen die sich vielleicht gerne beteiligen wollen.

Das einzig wirklich negative war die Preispolitik auf dem Gelände.An den Bars war es schon etwas heftig Warsteiner Bar für eine 2cl Luft oder Jägermeister 3,50€ zu zahlen an der Cocktailbars 4cl für 2,50€ ? Für ein 0,33l Bier 4,00€ plus Pfand ist schon Happig. Bei einem 0,5l Bier oder Mate wären die Preise gerechtfertigt. Die Cocktailpreise wurden auch angezogen nichts unter 7 € auch wenn die richtig Klasse gemacht wurden.

Dank an die Barfreunde meines Vertrauens 😀

Alles was hier von mir oder jedem Kritisiert wird ist echt Ningeln auf sehr hohem Niveau! Man sollte es erstmal besser machen und so etwas einzigartiges auf die Bein stellen. In der Vergangenheit wurde man schon sehr verwöhnt mit allen Sinnen deswegen sollte in der Zukunft immer was Neues her. Neue Künstler, Spiele, Deko uvm.
Wir sehen uns nächstes Jahr Freunde 😉
P.s.: ND i <3 you

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